Die verstreut liegenden Nuba Berge erheben sich steil aus den Ebenen Zentralsudans; mit dem umliegenden Land bedecken sie eine Fläche von ca. 77.700 Quadratkilometern. Sie sind die Heimat einer Gruppe von indigenen Völkern mit ungefähr einer Million Mitgliedern.
Diese indigenen Völker sind Außenstehenden unter dem Sammelbegriff Nuba bekannt. Aber obwohl sie viele Gemeinsamkeiten in ihrem Lebensstil haben, handelt es sich tatsächlich um verschiedene Völker mit mehr als 50 Sprachen.
Die Nuba sind erfahrene Bauern, die Getreide auf den Bergterrassen und zu friedlichen Zeiten auch im fruchtbaren Flachland anbauen. Außerdem züchten sie Vieh. In der Kultur der Nuba sind sportliche Wettkämpfe sehr wichtig.
Sie finden z.B. an Festtagen und auf Beerdigungen statt und sind ein willkommener Anlass, kunstvollen Körperschmuck vorzuführen. Die religiösen Traditionen der Nuba beinhalten die Ehrung der Toten und Respekt für ihre religiösen Führer, die auch als Heiler fungieren.
Während des 20. Jahrhunderts konvertierten viele Nuba zum Christentum und noch mehr zum Islam.
Die Nuba mussten sich Jahrhunderte lang gegen Sklavenhändler und andere Feinde zur Wehr setzen. Sie werden im Allgemeinen als Bürger zweiter Klasse angesehen und werden in der sudanesischen Gesellschaft diskriminiert.
Seit den 1960er Jahren müssen sie mit ansehen, wie ihr Flachland von riesigen kommerziellen Farmen eingenommen wird. Jene Nuba, die ihr Land nicht freiwillig hergeben, werden massiv unter Druck gesetzt, eingesperrt oder ermordet.
Darüber hinaus sind die Nuba zwischen die Fronten des langjährigen Bürgerkriegs zwischen der Regierung und Rebellen aus dem Süden geraten. Ihre Dörfer werden bombardiert und viele befinden sich praktisch im Belagerungszustand.
Menschen werden festgenommen und in so genannten "peace camps" interniert, bei denen es sich aber tatsächlich um Konzentrationslager handelt. Die Regierung erlaubt keine Hilfe in diesem Gebiet.
Eine jüngste US Initiative bietet nun die Aussicht darauf, dass Frieden und Hilfe die Region erreichen.
Survival fordert seit langem die Anerkennung der Landrechte der Nuba und das Ende des Diebstahls ihres Landes durch kommerzielle Farmer. Darüber hinaus fordern wir die internationale Gemeinschaft dazu auf, Notiz von der Situation der Nuba zu nehmen und darauf zu reagieren.
Survival drängt die sudanesische Regierung, die Bedingungen der jüngsten US Initiative anzuerkennen, welche einen Waffenstillstand und die Zutrittserlaubnis für Hilfsorganisationen in die Gebiete der Nuba beinhalten.