Diese drei Völker aus dem südwestlichen Äthiopien leben nur 500 Kilometer voneinander entfernt. Jedes hat sein eigenes demokratisches politisches System, welches alle Altersgruppen gleichermaßen einbezieht.
Die Mursi (die sich selber Mun nennen) und die Bodi (die sich selber Me,en nennen) sind Nachbarn im Tal des Flusses Omo. Sie handeln und arbeiten in der Regel zusammen, aber es gab auch schon häufig Konflikte zwischen den Gruppen. Beide züchten Feldfrüchte (in der Hauptsache Sorghum) mit Hilfe von Regen und den wiederholten Überschwemmungen des Flusses Omo.
Aber weil das Züchten von Feldfrüchten in diesem Gebiet so unzuverlässig ist, sind sie auch auf Viehzucht angewiesen. Rinder haben einen hohen kulturellen und emotionalen Wert. Männer schreiben Lieder für ihre Lieblingskuh oder ihren Lieblingsochsen, und sie schreien dessen Namen in der Schlacht.
Die Konso leben in den Bergen südlich vom See Chamo. Sie sind fleißige Bauern, die ein System von Terrassen entwickelt haben, auf dem sie u.a Baumwolle züchten. Aus der Baumwolle weben sie lokale Kleidung, die sie in andere Teile Äthiopiens exportieren.
Seit Jahrhunderten wohnen sie in zusammengedrängten Städten, die aus den Steinen der Umgebung gebaut sind. In der Vergangenheit waren die Städte selbständige Gesellschaften und die Konso haben noch immer ein starkes Identitätsempfinden. Heute sind die Konso – zumindest theoretisch – eine halbselbstständige Einheit innerhalb des äthiopischen Staates.
Wassermangel und das allmähliche Austrocknen des Landes der Bodi und Konso führen zu Konflikten über das Gebiet. Das Land der Bodi liegt höher und ist besser bewässert als das Land der Muni.
Der heute leichte Zugang zu Gewehren macht solche Konflikte sehr gefährlich. 2004 wurden über 2,000 Konsosiedler von der äthiopischen Regierung auf das Land der Bodi umgesiedelt, und weitere Umsiedlungen werden erwartet, obwohl es faktisch noch immer freies Land in ihrem eigenen Gebiet gibt.
Dieses kann die heutige Situation nur noch verschlimmern. Inzwischen sind die Konsosiedler in der ungewohnten Umgebung Malaria und anderen Krankheiten ausgesetzt
Die Mursi und Bodi fühlen sich stark bedroht von der Gefahr des Eindringens von mehreren tausend Konso Familien in ihr Gebiet und die Möglichkeit ausbrechender Gewalt kann nicht ausgeschlossen werden. Viele der Konso möchten inzwischen nach Hause zurückkehren.
Wie hilft Survival? Wir haben den Äthiopischen Behörden geschrieben und gegen die unnötigen Umsiedlungen der Konso protestiert.