Mbororo

Die Mbororo gehören zu den Fulani, einer der größten ethnischen Gruppen Westafrikas. Sie leben in mindestens 18 afrikanischen Ländern wie Nigeria, Niger, Guinea, Senegal, Mali, Mauretanien und Kamerun.

Derzeit arbeitet Survival mit den in Kamerun ansässigen Mbororo. In Kamerun gibt es etwa 1,85 Millionen Mbororo, von denen 120.000 bis 130.000 auf dem Grasplateau in der Nordwestprovinz leben.

Wie leben sie?

Im Gegensatz zu den meisten Fulani haben die Mbororo ihr Hirtenleben beibehalten und hüten das Vieh auf dem weiten Grasland. Sie sind vom Land, das heute Nigeria genannt wird, in das nordwestliche Kamerun gezogen und sie leben seit dem 19.

Jahrhundert relativ konfliktlos neben örtlichen Farmern, während sie ihre Herden zwischen Gebirge und Ebene weiden lassen. Sie sind sehr stolz auf ihre Identität und haben einen angeborenen Verhaltenscode (pulaaku), der Unabhängigkeit, Diskretion und Selbstkontrolle lehrt.

Im vorhergehenden Jahrhundert haben sie den muslimischen Glauben angenommen.

In der Vergangenheit hielten sie Distanz zu anderen Völkern, aber jetzt sind sie im Umbruch und viele von ihnen fordern Schulen für ihre Kinder und betreiben Ackerbau und Viehzucht.

Die Mbororo-Organisation MBOSCUDA wurde 1992 von den Mbororo ins Leben gerufen und verteidigt ihre sozialen und kulturellen Rechte.

Welchen Problemen stehen sie gegenüber?

Siedler haben von ihren Weidegründen Besitz ergriffen. Durch ihre extensive Land- und Viehwirtschaft trugen sie zu einer Verschärfung des Konflikts zwischen Viehhirten und Farmern zu. In der offiziellen Politik werden sie als Nomaden an den Rand gedrängt.

Zudem werden die Mbororo der Nordwestprovinz durch einen reichen Großgrundbesitzer und Politiker bedroht, der versucht, die Kontrolle über ihr Land an sich zu reißen.

Wie hilft Survival?

Survival hilft den Mbororo bei der Verteidigung ihres Rechtes auf das eigene Weideland und auf ihre Zukunft. Von 1995 bis 1999 protestierte Survival gegen die willkürliche Verhaftung einiger Mbororo-Anführer, welche endlich aus der Haft entlassen wurden. Survival führt die Kampagne gegen die Terrorisierung der Mbororo fort.