Die Enawene Nawe leben im tropischen Regenwald und Savannen in westlichen brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. Zwar wurde 1996 das meiste ihres Landes offiziell anerkannt, aber ein äußerst wichtiges Gebiet, genannt Rio Preto, wurde nicht berücksichtigt. Dort sammeln sich die Indigenen jährlich um zu Fischen.
Viele Farmer sind bereits in das Gebiet eingedrungen. Die lokale Regierung von Mato Grosso plant außerdem stromaufwärts des Landes der Enawene Nawe Dämme zu errichten.
Die Enawene Nawe sind ein verhältnismäßig isolierter Volksstamm, mit
dem zum ersten Mal 1974 Kontakt aufgenommen wurde. Heute zählen sie ca. 500 Mitglieder und leben in großen Gemeinschaftshäusern (Malocas), in deren Mitte ein Platz ist auf dem rituelle und gemeinschaftliche Aktivitäten stattfinden.
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Die Enawene Nawe sind berühmt für ihre Fischfangtechnik. Während der Fischfangsaison bauen die Männer große Staudämme in den Flüssen und verbringen mehrere Monate in Lagern im Wald, wo sie Fische fangen und räuchern, die sie dann mit Hilfe von Kanus in ihre Dörfer transportieren.
Fisch ist ein essentieller Teil ihrer Ernährung und spielt eine grundlegende Rolle bei Ritualen wie zum Beispiel dem Yãkwa, ein vier Monate langer Austausch von Nahrung zwischen Menschen und Geistern.
Die Enawene Nawe bauen Maniok und Mais an und sammeln Waldfrüchte. Das Honigsammeln wird mit einem Honigfest (keteoko) gefeiert, bei dem die Männer große Mengen wilden Honigs im Wald sammeln und ihn auf ihrem Rückweg ins Dorf verstecken und erst hervorholen, wenn die Frauen anfangen zu tanzen. Sie jagen nicht und essen kein Fleisch – dies ist ungewöhnlich für im Amazonas lebende indigene Gruppen.
Seit Jahrzehnten müssen die Enawene Nawe mit ansehen, wie Menschen, die nach Kautschuk oder Diamanten suchen, Viehzüchter und seit kurzem Sojabauern, in ihr Land eindringen. Maggi, das größte Sojaunternehmen in Brasilien, hat 1997 ohne Genehmigung eine Straße auf ihrem Land gebaut. (Diese wurde später von einem Bundesanwalt geschlossen.)
Obwohl ein Großteil ihres Landes 1996 offiziell von der Regierung anerkannt
und ratifiziert wurde, war ein wichtiges Gebiet, bekannt als Rio Preto,
nicht mit eingeschlossen.
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Dieses Gebiet ist außerordentlich wichtig für die Enawene Nawe, sowohl
wirtschaftlich als auch spirituell – hier schlagen sie ihre Lager auf
und bauen ihre Staudämme während der Fischfangsaison, und hier leben für sie
wichtige Geister.
Die Enawene Nawe fordern dringend, dass dieses Gebiet
geschützt wird, denn mehr und mehr Holzfäller und Sojabauern dringen
dort ein und zerstören den Wald und verschmutzen das Land und die
Flüsse. Darüber hinaus werden von der Regierung hydroelektrische Dämme gebaut. Diese sind flussaufwärts von den Fischgründen der Indigenen lokalisiert und stellen somit eine große Gefahr dar.
Survival übt Druck auf die brasilianische Regierung aus, das Rio Preto
Gebiet dringend als Land der Enawene Nawe anzuerkennen.
Wir fordern zusätzlich, dass die hydroelektrischen Dämme abgeschafft werden.
Survival unterstützt außerdem ein Landschutzprojekt, das von den Enawene Nawe
und der brasilianischen nichtstaatlichen Organisation OPAN geleitet
wird.